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Dampfnostalgie Karlsruhe, eine Sektion der UEF e.V.

Für die Fahrten auf der Albtalbahn, Murgtalbahn und rund um Karlsruhe:

Bahnhofstraße 12, 76275 Ettlingen | Telefon 0 72 43 - 7 15 96 86

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P1450962

Foto: Daniel Saarbourg

Die Einheitsgüterzuglok 50 2740

alias 052 750-8


kA300647

Status: Fristablauf


Die Baureihe 50 zählt zu den erfolgreichsten Lokomotivkonstruktionen der Deutschen Reichsbahn. Insgesamt 3164 Loks wurden von 1939 bis 1943 gebaut. Bei beiden deutschen Nachkriegsbahnverwaltungen fand die 50er universellen Einsatz und zählte zu denjenigen Baureihen, die die Dampflokära in Deutschland abschließen sollten. Rekonstruierte 50er (Baureihe 50.35) des Bw Halberstadt waren die letzten planmäßig eingesetzten deutschen Dampfloks und wurden erst im Oktober 1988 endgültig abgestellt.

Zur gleichen Zeit wurde die ehemalige Nossener Heizlok 50 2740 in den Westen überführt, und bereits im November 1988 wurden erste Einsätze im Albtal gefahren, bevor die Lok 1989 mit Fristablauf zunächst abgestellt werden mußte. Die anschließende Hauptuntersuchung gestaltete sich recht aufwendig, der (Altbau-) Tender ist beispielsweise praktisch ein Neubau. Die Nikolauszüge 1994 sahen eine urig aussehende 50 2740, ohne Windleitbleche und zunächst mit einem 2'2'T34 gekuppelt sah sie ganz nach schweren Nachkriegszeiten aus. Mittlerweile ist aus der Lok wieder ein echtes Schmuckstück geworden, nicht zuletzt da der Originaltender Ende November 96 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Hierbei handelt es sich um einen Nachbau-2'2'T26, der im RAW Stendal gefertigt wurde.

In den Jahren 2001 und 2002 hat 50 2740 die Hauptlast des Betriebes in Ettlingen getragen und sich dabei außerordentlich gut bewährt. Dank der neuen Stangenlager und einem umfangreichen Wartungsprogramm in den letzten beiden Wintern konnten alle Fahrten praktisch Störungsfrei absolviert werden.

Die 50 2740 ist übrigens als Übergangskriegslok (ÜK) im Jahre 1942 von Henschel gebaut worden. Die letzten fünf Lokomotiven dieser Serie (50 2692 - 2772) wurden vor der Abnahme in 52 002 bis 006 umgenummert.Zwischen Juni 2005 und Juni 2006 war die Lok betriebsfähig und löste die damalige Planlok 50 3539 für Albtal und Murgtal ab. Neben der 58 311 wird sie in Zukunft als zweite Planlok für Albtal und Murgtal eingesetzt. Die große Nachfrage nach dieser letzten Altbau-50 wird auch in Zukunft zu interessanten Einsätzen ausserhalb ihrer Stammstrecken führen.


Von dieser Lokomotivtype sind noch einige weitere Fahrzeuge erhalten

Technische Daten 50 2740
Baujahr 1942, Henschel, Kassel
Bauart 1´E h2
Treib- und Kuppelraddurchmesser 1.400 mm
Laufraddurchmesser 850 mm
Leistung 1.625 PSi
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Länge über Puffer 22.940 mm
Gewicht dienstbereite Lok 86,9 Tonnen (ohne Tender)
  90 80 0050 740-4

Literatur zur Baureihe 50:
Jürgen U. Ebel: "Die Baureihe 50" (2 Bände); Eisenbahn-Kurier 1988
K.-H. Jansen, Peter Melcher: "Die Lokomotiven der Baureihe 50 und ihr Verbleib"; Lokrundschau 1993
H.D. Andreas: "Bauartunterschiede bei der Baureihe 50"; Bufe 1986

Die badische G12 - 58 311

58 311 Amstetten

Foto von Thomas Kunhäuser


Status: in HU


Die Lokomotive 58 311 der Ulmer Eisenbahnfreunde ist eine der "echten Raritäten" unter den in Deutschland erhalten gebliebenen Dampflokomotiven.

Die Baureihe (BR) 58 entstand 1917 aus den Erfahrungen des 1.Weltkrieges heraus auf Druck der Heeresverwaltung, die aus Gründen der Ersatzteilhaltung unter Kriegsbedingungen eine von allen Bahnverwaltungen gemeinsam in großer Stückzahl zu beschaffende Lok forderte. Nach einem Entwurf von Henschel wurden schließlich bis Kriegsende noch knapp 200 Stk. der bulligen 1´Eh3-Maschinen gebaut, denen in den folgenden Jahren noch weitere 1200 Lokomotiven folgten. Insgesamt beschafften die badischen, sächsischen, württembergischen und preußischen Staatsbahnen zusammen 1.345 Lokomotiven vom Typ G12.

Die Lokomotive 58 311 wurde 1921 von der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe unter der Fabriknummer 2153 gebaut. Bis 1942 war sie hauptsächlich im BW Karlsruhe Rbf stationiert, kam aber dann, mit zusätzlichem Frostschutz versehen, zum Kriegseinsatz nach Oberschlesien beim BW Groschowitz. Nach einigen Irrfahrten wurde die Lok 1946 in Senftenberg wieder in Betrieb genommen und im BW Reichenbach/Vogtland einer "Gesundungs-L0" unterzogen, mit der die ärgsten Unterhaltungsmängel behoben wurden.

Nach Gastspielen in Werdau, Zwickau, Gera und Greiz kam die Lok 1960 zum BW Karl-Marx-Stadt/Hilbertsdorf, wo sie bis 1973 eingesetz war. Die letzte Stationierung der inzwischen als 58 1111-2 umgezeichneten Lokomotive war bis 1977 das BW Aue.

Am 19.03.1977 erreichte 58 311 als Zuglok eines Güterzuges die damalige deutsch-deutsche Grenze und anschließend als Lz-Fahrt (Bilder dazu siehe rechte Spalte, Sammlung Saarbourg) das Dampflokmuseum (DDM) in Neuenmarkt-Wirsberg, wo sie bis zum Verkauf an die UEF im Jahre 1984 als nicht-betriebsfähiges Ausstellungsstück zu sehen war.

Nach erfolgter Hauptuntersuchung konnte die Lok am 8. Juni 1985 bereits wieder zugelassen werden und kam bei den Fahrzeugparaden der DB zum 150-jährigen Jubiläum erstmals wieder vor großem Publikum zum Einsatz. Im Winter 1992/93 stand die Lok zur Fahrwerks-Hauptuntersuchung an, die im RAW Meiningen durchgeführt wurde. Seitdem war 58 311 bis zum Ablauf der Kesselfrist im Januar 2001 bei zahlreichen Sonderfahrten in ganz Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Einsatz zu bewundern.

Vom 3. Juni 2006 bis Januar 2017 war diese Lokomotive nach langer und aufwändiger Hauptuntersuchung wieder betriebsbereit und fuhr unzählige Kilometer für die Sektion Dampfnostalgie Karlsruhe und andere Vereine.

Seit dem befindet sich die Lok in der Kessel Hauptuntersuchung und wird voraussichtlich 2018 wieder in Betrieb genommen.


Erhaltene Lokomotiven der BR 58
Bedingt durch die frühe Ausmusterung im Westen sind nur wenige Exemplare der BR 58 erhalten geblieben:
58 261 rollfähig, DB-Traditionslokomotive in Chemnitz-Hilbertsdorf, seit 1976 außer Betrieb
58 311 betriebsfähig, Ulmer Eisenbahnfreunde
58 1226 hinterstellt in Ljubljana (Slowenien), nicht betriebsfähig (JZ 36-13)
58 1297 Wolsztyn, Polen (Ty1-76)
58 1376 Dupnitza (BDZ 13.20)
58 1616 ex Dampfspender, schlechter Zustand, viele Teile fehlen, Standort Hermeskeil
58 2505 Karsznice (Ty23-273, Breitspur)
58 2563 Chabowka (Ty23-104)
58 2729 ?? (Ty23-145)
58 3047 Glauchau (Reko)
58 3049 Schwarzenberg (Reko)
58 311 ist damit die einzige betriebsfähig erhalten gebliebene Lokomotive ihrer Baureihe und wohl auch die einzige Lok, deren technischer Zustand einen langfristigen Betrieb ermöglichen kann. Sie ist noch weitgehend "original" im Reichsbahnzustand der 20er Jahre.

Technische Daten 58 311
Baujahr 1921, Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe
Bauart 1´Eh3
Treib- und Kuppelraddurchmesser 1.400 mm
Laufraddurchmesser 1.000 mm
Leistung 1.540 PSi
Höchstgeschwindigkeit 65 km/h
Länge über Puffer 18.495 mm
Gewicht dienstbereite Lok 95,7 Tonnen (ohne Tender)
  90 80 0058 311-6

Literatur zur Baureihe 58:
Jörg Sauter: "58 311"; Ulmer Eisenbahnfreunde 1994
Manfred Weisbrod/Horst Obermayer: "Die Baureihe 58"; Eisenbahn Journal Sonderausgabe, überarbeiteter Nachdruck 1990

Die Güterzug-Tenderlok 86 346

SW 216 24

Status: in HU


Eine vierfach gekuppelte Tenderlok mit Vor- und Nachlaufachse war bereits im ersten Typisierungsplan der DRG enthalten. Folglich wurden bereits 1928 die ersten 86er abgeliefert. Hersteller war die Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe. Diese Serie von sieben Tenderloks zählt übrigens zu den letzen Lieferungen der MBG Karlsruhe. Im Gegensatz zur 75er ist das Fahrwerk symmetrisch gestaltet, somit ist die BR 86 in beiden Richtungen gleich gut (d.h. vor allem gleich schnell) unterwegs (die VIc allerdings auch). Von 1928 bis 1943 wurde die stolze Zahl von 774 Lokomotiven von verschiedenen Herstellern an die Deutsche Reichsbahn geliefert, als "kriegswichtige" Baureihe zuletzt als Übergangs-Kriegslok (ÜK).

Die 86er bewährten sich sehr gut und waren bei beiden deutschen Nachkriegsbahnverwaltungen bis in die letzten Jahre des Dampflokbetriebes eingesetzt. Bei der DB schieden die letzten Exemplare im Jahr 1974 beim Bw Hof aus, letzte planmäßig eingesetzte 86er in der DDR war die 86 1501, die am 27. Mai 1988 zum letzten Mal zwischen Schlettau und Crottendorf unterwegs war.

Die 86 346 (z-Stellung 20.06.72 beim Bw Hof) war die zweite Lok im Bestand der Ulmer Eisenbahnfreunde. Mit dieser Lok konnten im Gegensatz zur 98 812 größere Fahrten unternommen werden. Mit Inkrafttreten des Dampflokverbotes bei der DB wurde es zunehmend schwieriger, geeignete Strecken zu finden.

Nach einer kurzen Einsatzperiode 1977/78 auf der WEG-Strecke Amstetten - Gerstetten, fand 86 346 im Frühjahr 1979 eine neue Heimat bei der Albtalbahn. In der ersten Zeit wurden blaue B3yg-Bauzugwagen eingesetzt, aber bald standen ehemalige DB-Eilzugwagen (Reihe Bye) der AVG zur Verfügung. Bis zum Eintreffen der 58 311 war die 86er die "Planlok" im Albtal.

Nach jahrelangem Einsatz im Albtal wurde die Lok 1987 hauptuntersucht und an einen französischen Eisenbahnclub verliehen. Der Einsatz dort in Molsheim erwies sich jedoch aus verschiedenen organisatorischen und genehmigungsrechtlichen Gründen als schwierig. Die Lok kann nur sporadisch zum Einsatz und wurde nach 5 Jahren wieder nach Deutschland überführt.

Die Wiederinbetriebnahme der Lok wurde nun ins Auge gefasst.


Von dieser Lokomotivtype sind desweiteren noch folgende Fahrzeuge erhalten:
86 001 | 86 049 | 86 056 | 86 240 | 86 283 | 86 333 | 86 348 | 86 457 | 86 476 | 86 501 | 86 607 | 86 744
(Quelle: Jürgens Eisenbahnseiten)

Technische Daten 86 346
Baujahr 1939, Wiener Lokfabrik Floridsdorf
Bauart 1´D1'h2t
Treib- und Kuppelraddurchmesser 1.400 mm
Laufraddurchmesser 850 mm
Leistung 1.030 PSi
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Länge über Puffer 13.820 mm
Gewicht dienstbereite Lok 88,5 Tonnen
  90 80 0086 346-8

Literatur zur Baureihe 86:
Andreas Knipping: "Die Baureihe 86" Eisenbahn-Kurier 1987
Bernhard Hoch: "Die Dampflokomotive 86 346 der Ulmer Eisenbahnfreunde"; UEF 1983

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